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    Feierliche Verabschiedung

    Zeit der Abschlüsse - Zeit der Abschiede
    Während am vergangenen Freitag in der Cuxhavener Waldorfschule sieben Schüler und Schülerinnen der 12. Klasse mit einer feierlichen Zeremonie verabschiedet wurden, konnten neun ehemalige Cuxhavener Waldorfschüler ihre Zeugnisse der Allgemeinen Hochschulreife an der Oldenburger Waldorfschule entgegen nehmen. Auch dort wurde selbstverständlich gebührend gefeiert. Einzelheiten und die Abirede von Aaron Prüßen gibt es hier: Feierliche Verabschiedung

     

     

    Den Realschulabschluss haben bestanden:
    Anna-Maria Goll
    Benthe De Vries
    Niklas Siol
    Mia Horeis
    Marcel Natterer

    Den Hauptschulabschluss haben bekommen:
    Larissa Struck
    Kilian Müller (nicht auf dem Foto)

    Das Abitur bestanden haben:
    Jule Feldt, Thessa Timmermann, Merle Bening,  Aaron Prüßen, Beeke Dommel, Niklas Kuhlins, Anja Wäschenbach, Georg Roch und Michael Sieweke

    Abirede von Aaron Prüßen

    Moin!
    Liebe Schwarmintelligenz. Mein Name ist Aaron Prüßen und ich hab Abi. An diese Aussage muss ich mich erst mal gewöhnen. Denn: Ich komme aus Cuxhaven! Umso erstaunlicher, dass sich nun schon der 2. Jahrgang im Oldenburger Haus, zusammen mit den Evis (Evinghausener, a.d. Red.), diesen Lappen abholt.

    Letztes Jahr habe ich noch dort unten wo Sie jetzt sitzen gekauert. Ja, ich habe beide Jahrgänge mitgemacht, ich wollte einfach sicher sein, dass wir Cuxhavener hier einen guten Start hinlegen. Ich saß dort unten mit Tränen in den Augen, aber nicht weil ich es verplant hatte, mir den Arsch (t'schuldige) aufzureißen, sondern vor Freude, weil ich ein so verdammt geiles Jahr hatte, mit vielen lieben Menschen, die ich kennen und lieben lernen durfte. Ich möchte heute dafur Danke sagen. Wiedermal Danke sagen, für den Haufen von Gefühlen, die man in so einem Abijahr erleben darf! Ich meine damit die außerschulischen Erfahrungen, der erste Schritt ins elternlose Leben. Liebe Mitschuler: Es war mir mit euch ein innerliches Zuckerschlecken!

    Aber ich habe es schon angekundigt. Als Küstenkind segelt man in Oldenburg nicht immer in den ruhigsten Gewässern. Es gibt schon sehr früh, wenn man aus seinem Heimathafen ausläuft, Sandbänke, die man überfahren muss, wie z.B. pünktlich zur Schule zu kommen. Liebe Lehrer: man kommt nur über Sandbänke wenn Flut ist und - Flut ist halt bei uns nicht immer! Da kann man dann nichts machen. Es gibt tiefe Priele, wie das sich Hinsetzen und eigenständig Lernen, da muss man durch, um auf die andere Seite zu kommen, aber das geht halt nur wenn Ebbe ist und liebe Lehrer, es ist halt nicht immer Ebbe. Sie merken schon, unsere Uhren ticken nach dem Tidenkalender. Eins habe ich in den letzten beiden Jahren gelernt: Du kriegst vielleicht die Leute von der Küste, aber nicht die Küste von den Leuten!

    Oldenburg ist ein Abenteuer, hier gibt es Freibeuter wie Lehrer, die einen manchmal kentern lassen. Aber es gibt auch weise und erfahrene Händler, die einen aus den Wellen fischen und wieder mit an Bord holen, einem Halt geben und mitnehmen bis in die nächste Stadt. Es gab und gibt, und ich befürchte es wird ihn besonders für die Cuxhavener immer geben, diesen Titanic Eisberg namens Französisch! Schön das niemand deswegen untergegangen ist. Es gab auch süße, glückliche Seehunde zu sehen, das waren die Momente, in denen jemand 13 Punkte in Geschichte wiederbekommen hatte (...).

    Es gab eine Menge endlose Weite auf dieser Fahrt, mit vielen Fragen, auf dieser ewigen Suche nach Antworten. Aber gab es Bojen und Leuchttürme, wie ihr liebe Mitschüler, die einem Richtung gaben, wenn der innerliche Kompass einen in die falsche Richtung lotste. Es gibt, so habe ich gehört, Seeungeheuer in den tiefen der Hunte aber ich habe nie eines gesehen.

    Liebe Cuxis, die sich bald auf den Weg machen. Es gibt eine Menge Seemannsgarn - glaubt nicht alles, was betrunkene, abgelebte Männer von See erzählen - traut euch diese Fahrt anzutreten. Es gibt hier zwar viele Stürme, durch die man öfter mal gerade so, manchmal mit gebrochenem Mastbaum kommt, aber es gibt auch Lichtblicke am Horizont - irgendwann!

    Diese Fahrt, ich denke, das kann ich für alle sagen, war eine stürmische, eine lange und oft sehr sehr harte Fahrt mit viel Wellengang und manchmal war man eben auf der Welle und manchmal unter ihr. Aber das Gefühl am Ziel angekommen zu sein ist - geil - so geil, dass ich mir vorstellen kann, wie sich Christopher Kolumbus 1492 Gefühlt haben muss, als er das erste Mal die Küste Amerikas Entdeckte.

    Die Fahrt die schafft man nicht ohne eine gute Crew. Liebe Leute, das waren alle, ob Schüler, Eltern, Lehrer, alle die mitgeholfen haben, unser Jahr so gut wie möglich abzuschließen. Danke!

    Ein kleinen Gruß möchte ich noch im Namen aller Abenteurer in die alte Heimat schicken. Danke an den Hafenmeister Uwe Schneider. Der so gut es irgend geht, in Cuxhaven die Schiffe auf Kurs schickt. An die wohl ausgearbeitetste Galionsfigur Frau Harms, die die ganze Klassenlehrerzeit an unserem Bug hing und uns mit viel Liebe und harter Hand zeigte, wo es lang ging. Danke an Küchensmutje Hans Kircher der in diesem Jahrgang vieles richtig gemacht hat. An unsere Meerjungfrau Madame Prévost die mit Charme und viel Fleiß alles was irgendwie an französischem Wissen unten am Meeresboden zu finden war, an die Wasseroberfläche geholt hat. Danke an Markus Gerdes, unserem Bootsmann und an den Leichtmatrosen Hajo Plümer, einfach weil Du immer irgendwie mit an Bord bist.

    Persönlich möchte ich zwei Oldenburgern in einem Atemzug danken. Danke an Mr. Neptun persönlich! Robert Hartung, dafür, dass Du Deinen Ozean im Griff hast, und immer weißt, wann es Zeit ist, für Flut, Ebbe, Sturm oder manchmal auch seichte See. Danke an meinen persönlichen Navigator und Sextantenleser Johannes Koch, dafür, dass du Antreiber für die Abizeitung, Abiball, Abiband und vieles mehr warst. Dass du mir als guter Freund immer beigestanden hast, und wir uns umkämpfte Seeschlachten lieferten, von denen ich hoffe, dass diese nie böse enden, sondern wir gemeinsam Bug an Bug in unseren Heimathafen einlaufen können.

    Ich wünsche uns allen, von Zeit zu Zeit, viel Flut und viel Ebbe, wenig Freibeuterei und eine Menge Lichtblicke am Horizont. Lasst uns das Steuer immer fest in der Hand halten und heute alle zusammen mit Stolz und Achtung in unseren Sonnenaufgang segeln.
    Danke!

    Zum Ende hin möchte ich noch Frau Böhm auf die Bühne bitten- (Applaus). Sie hat uns dieses Jahr mit wahnsinnig kurzen Reaktionszeiten, als Finanzbeauftragte, mit dem nötigen Kleingeld versorgt.


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