Freie Waldorfschule Cuxhaven | Deichstraße 12b
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    "Die 1. Klasse wird ihren Weg gehen" - Ein Erfahrungsbericht

    "Eigentlich kann ich mich an meine Gefühle an meinem ersten Schultag nicht mehr richtig erinnern. Das liegt nun doch schon eine sehr lange Zeit zurück. Nach meiner heutigen Vorstellung war es hoffentlich eine gesunde Mischung aus Vorsicht und Neugier, wie es einen auch im späteren Leben zuweilen noch überkommt, wenn man auf Fremdes, Unbekanntes trifft.
    Wie unterschiedlich sich Kinder fühlen, wenn sie in die Schule kommen, können wir alle nur erahnen oder vermuten.

    Manche freuen sich, andere sind ängstlich. Heutzutage kommt noch dazu, dass Kinder aus einem anderen kulturellen Umfeld die Sprache ihres neuen Heimatlandes noch nicht oder nur rudimentär verstehen und sprechen. Dabei ist man ja nicht alleine und ohne Hilfe, aber das weiß man halt noch nicht.
    Ich hatte nun die Gelegenheit ein Kind eine Zeit lang in seinem ersten Schuljahr in der Freien Waldorfschule Cuxhaven zu begleiten. Der Grund dafür war, dass dieses Kind emotionale Schwierigkeiten hatte und sich nicht altersgerecht in den Schulalltag integrieren und sozial verhalten konnte. Der Gesetzgeber fängt solche Kinder auf und integriert sie im Rahmen der „Inklusion“ in das normale Schulsystem. So jedenfalls die Hoffnung der Verantwortlichen.
 Als sogenannte Schulassistenz der Bildungseinrichtung „Panama“ hat es mich auf diesem Weg an die Freie Waldorfschule Cuxhaven verschlagen. Ausgerechnet die Waldorfschule! Wird da nicht nur getanzt und gesungen?
    Mein bereits anfangs beschriebenes Gefühl aus Vorsicht und Neugier hatte mich voll im Griff. Oder hatte ich etwa Vorurteile? Meine Befürchtungen waren unbegründet, wie ich sehr schnell erfuhr. Ich war ja nicht alleine und ohne Hilfe.
    Die (derzeitige - Anm. d. Red.) 1. Klasse an der Freien Waldorfschule wird im Hauptunterricht von zwei Lehrern geührt. Am Anfang fielen mir die sich allmorgendlich wiederholenden Abläufe und Rituale noch schwer. Hin und wieder bekam ich deshalb auch schon einmal von einem der Schüler einen kleinen Ruck an der Hand oder einen kurzen Blick, wenn ich mal wieder etwas falsch machte. Aber auch bei mir zeigte das Prinzip der Wiederholung von Lerninhalten, verpackt in Epochen, schnell seine Wirkung.
    Auch erkannte ich die Vorteile der Verbindung von Lernen durch Spielen, künstlerisches Ausleben und dem Einhalten ritueller Abläufe. Eigentlich ist es doch gar nicht so schlecht, wie ich erst dachte. Meine feste Mauer aus Vorurteilen und Unkenntnis geriet schon ganz schön ins Wanken.
    Mit den Kindern freundete ich mich schnell an. Die Klasse bestand aus 11 Schülern, 5 Mädchen und 6 Jungen. Schon nach sehr kurzer Zeit hatte ich sie alle, und vor allem sie auch mich, fest ins  Herz geschlossen. Ich kann es nun wirklich nicht mehr anders ausdrücken, die Schule machte richtig Spaß!
    Rechnen, Malen, Spielen, Handwerken, Englisch, lange nicht mehr gehörte Märchen und ja, auch Singen, Musik und Tanzen gestalteten den Schulalltag. Die Kinder freuten sich zumeist auf den Unterricht und strengen sich richtig an. Ich war wirklich erstaunt, was unsere „Kleinen“ in der Lage waren zu leisten und zu lernen. Um deren Zukunft ist mir wirklich nicht bange! Sie alle werden ihren Weg gehen und sich gut entwickeln. Meine Mauer aus Vorurteilen und Unkenntnis brach durch eure Hilfe vollständig zusammen und liegt nun auf der Müllhalde der Geschichte.
    Mein großer Dank gilt auch den Lehrern und Mitarbeitern der Waldorfschule. Ich durfte sehr viel lernen und erleben, habe Herzlichkeit und Zuneigung erfahren und bin, auch wenn es wirklich nur für eine sehr, sehr kurze Zeit gewesen ist, stolz und glücklich, euch ein kurzes Stück auf eurem Weg begleitet zu haben. Ich werde wirklich sehr gerne an euch denken und euch nicht vergessen!"
                                         Thomas Weber (Klassenopa)

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