Festschrift

Schulschiff

Aus den Klassen: Vom Korn zum Brot - Ackerbau-Epoche in der 3. Klasse

Im dritten Schuljahr wird von den Kindern unmittelbar erlebt wie aus selbst angebautem Getreide Brot wird.

Die Ackerbau-Epoche begann dieses Mal damit, dass die Kinder der vierten Klasse zusammen mit den Drittklässlern Erntedank feierten: Die Kinder buken gemeinsam Brötchen aus dem vermahlenen Getreide, das die jetzige vierte Klasse geerntet hatte und stellten auch Brotaufstrich her. Das gab viel Spaß und dann auch ordentlich Kraft beim anschließenden gemeinsamen Essen! Die vierte Klasse reichte ihre Gerätschaften (Pflugvorbespannung) an die dritte Klasse weiter, so dass es mit der neuen Feldbestellung losgehen konnte.

Bei schönstem Oktoberwetter (kein Regen und Wind, wie so manches Mal in den Vorjahren!) ging es auf nach Arensch. Es wurden Fahrgemeinschaften von der Schule aus gebildet und alle selbstgeschnitzten und mit Namenstüchern versehen Begrenzungsstöcke wurden mit in die Autos verladen. Wieder hatte uns Frau Ada Fischer ein Stück Land auf einem ihrer Felder zum Anbauen überlassen. Nach einem kleinen Fußmarsch kamen alle Schüler samt ihrer Lehrerin Frau Rien und Herrn Jacob, dem Gartenbau- und Eurythmielehrer, auf dem Feld an. Außer einigen Eltern war wieder Herr Holst dabei, der uns Pflug, Egge und vor allem seine Erfahrung zur Verfügung stellte und mit Rat und Tat weiterhalf. An den mitgebrachten Pflug wurde unsere Vorspanneinrichtung angebracht. Sie ermöglicht, dass die Kinder selbst den Pflug mit all ihrem Körpereinsatz ziehen können und so erleben, was das Pflügen und Eggen eigentlich bedeutet - schwere, aber auch befriedigende gemeinsame Arbeit an der frischen Luft, damit das Getreide eingesät werden kann. Zuallererst musste eine möglichst gerade erste Furche gepflügt werden (alle folgenden Furchen sollten ja auch gerade werden) dann ging es Furche um Furche weiter. Alle Schüler kamen abwechselnd an die Reihe: zu mehreren wurde der Pflug gezogen und die Schar in den Boden gedrückt.

CIMG1853.jpgCIMG1872.jpg

Nach erstem Arbeitseifer wurde es schließlich Zeit für das mitgebrachte Frühstück, das alle gemeinsam am Feldrand verspeisten. Zur Freude der Kinder krabbelten dort Scharen von Marienkäfern, die vorsichtig weitergereicht oder zum Fortfliegen hochgehoben wurden. Dann ging es weiter mit dem Eggen und schon konnte eingesät werden. Der Winterroggen wurde von vielen Händen aus einem großen Sack in kleine umgehängte Tücher gefüllt. Mit einem Säerspruch schritten die Kinder in gleichmäßigem Rhythmus über das vorbereitete Feld und warfen die Saat aus, bis alles aufgebraucht war. Jetzt musste nur noch mit der umgedrehten Egge der Boden geplättet werden und die Arbeit war getan, das Feld bestellt! Zum Abschluss stellten die Mädchen und Jungs stolz ihre mitgebrachten Begrenzungsfahnen rund um das bestellte Land auf. Im Sommer wird das Korn so hoch gewachsen sein, dass sonst nicht mehr zu unterscheiden sein würde, wo unser Teil des Feldes anfängt und Frau Fischers Getreide aufhört…

Wir machten vorbei an Wald und Feldern einen schönen Spaziergang zu Ada Fischers Bauernhof und konnten dort die Schweine besuchen und Hühner füttern. Für alle gab es zur Stärkung Milch und Kakao und auch auf die Rinder in der Nähe durften wir einen Blick werfen. Weil wir so schnell mit der Arbeit fertig geworden waren, blieb sogar noch Zeit für einen Abstecher zum Arenscher Außendeich. Die Kinder spielten Verstecken und amüsierten sich bis es Zeit war zur Schule zurückzukehren.

Bald wird es einen kleinen Ausflug zum Feld geben, damit die dritte Klasse sehen kann, wie ihr Getreide gekeimt ist! Wenn alles gut wächst, wird nächsten Sommer dann selbst geerntet, gedroschen, gemahlen und gebacken werden. Darauf freuen wir uns!

-> Mehr Bilder gibt es in der Fotogalerie

241 mal gelesen | Drucken PDF-Datei