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Presse: Pressemitteilung zum Steiner-Jubiläum.
Rudolf Steiner immer wieder neu entdecken
Bund der Freien Waldorfschulen würdigt den Begründer der Waldorfpädagogik
aus Anlass seines 150.Geburtstags als großen Impulsgeber des 20.Jahrhunderts.
Pressemitteilung
23. Februar 2011
Rudolf Steiner immer wieder neu entdecken
Bund der Freien Waldorfschulen würdigt den Begründer der Waldorfpädagogik
aus Anlass seines 150.Geburtstags als großen Impulsgeber des 20.Jahrhunderts
Stuttgart. Die Verdienste von Rudolf Steiner um einen Paradigmenwechsel in der Pädagogik
des 20.Jahrhunderts hat der Bund der Freien Waldorfschulen anlässlich des 150.Geburtstags
des Begründers der Waldorfpädagogik hervorgehoben. "Niemand hat in diesem Ausmaß vorher
das Kind, seine mitgebrachten Begabungen und seine Entwicklung so in den Mittelpunkt
der pädagogischen Tätigkeit gestellt. Steiner war darin radikaler als alle anderen Reformer",
betonte dazu Walter Riethmüller vom Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen. Die
Begründung der Waldorfpädagogik mache den Wechsel von einer lernziel- hin zu einer entwicklungsorientierten
Erziehung sichtbar.
Die Waldorfschulbewegung hege Steiner gegenüber "eine große Dankbarkeit", so Riethmüller
weiter. Bis heute lieferten seine Ideen viele fruchtbare Anregungen für die Schulpraxis. Wenn
man mit Anthroposophie intensiv arbeite, scheine immer wieder Zukünftiges auf. Was Steiner
den Lehrern allerdings abverlangt habe, sei eine bewusste Zeitgenossenschaft gewesen:
" Es kommt darauf an, dass jeder Lehrer individuell Steiners Impulse zeitgemäß weiterentwickelt.
Steiner hat keine Rezepte geliefert, man muss seine Anregungen zu jeder Zeit wieder
neu für sich entdecken."
Die Rolle Steiners als Impulsgeber, die jetzt in den Ausstellungen in Wolfsburg und Stuttgart
für den Bereich der Kunst deutlich werde, gelte auch für den Bereich der Erziehung. "Für uns
ist es deutlich erkennbar, wie viel Anleihen das Schulwesen bei der Waldorfpädagogik bisher
gemacht hat", so Riethmüller weiter. Koedukation, Fremdsprachenunterricht ab der 1.Klasse,
Grundschulzeugnisse als Text anstelle von Noten, Praktika und vieles mehr seien zuerst in
den Waldorfschulen verwirklicht worden.
Die Waldorfschulen in Deutschland, von denen vor kurzem die 225. in den Bund der Freien
Waldorfschulen aufgenommen worden ist, begehen den 150.Geburtstag des Begründers der
Waldorfpädagogik mit Veranstaltungen, Vorträgen und Tagen der Offenen Tür zum Teil auch
mit anderen Einrichtungen zusammen, die auf der Basis von Rudolf Steiners Anthroposophie
arbeiten.
In Interviews hatten Vertreter der anthroposophischen Bewegung Steiner als "ungewöhnlich
schöpferischen Menschen" bezeichnet, dessen Blick auf die Menschen und die Welt "herausfordernd,
originell und ungewohnt" gewesen sei. "Vor diesem Hintergrund ist auch die
Kontroverse um sein Wirken zu sehen", meinte Walter Riethmüller vom Bund der Waldorfschulen
weiter. Steiner habe immer zu eigenständiger Auseinandersetzung mit seinen Ideen
angeregt. Die Waldorfschulbewegung freue sich daher über den gesellschaftlichen Diskurs
zum Thema Steiner, der durch das Jubiläum jetzt in Gang gekommen sei. "Der Bund der Freien
Waldorfschulen wird sich diesem Dialog auf allen Ebenen stellen, auf der Ebene der Schulen
und auch der Waldorf-Hochschulbewegung", betonte Riethmüller. Auch die letzte Delegiertentagung
der Vertreter aller Waldorfschulen hatte sich Ende Januar intensiv mit der Beziehung
zu Rudolf Steiner beschäftigt. Prof. Elmar Lampson, Präsident der Hochschule für
Musik und Theater in Hamburg, hatte dabei die These vertreten, dass man nur durch einen
persönlich-biographischen Zugang zu einer wirklichen Begegnung mit Steiner kommen könne.
Pressestelle des Bundes der Freien Waldorfschulen
Cornelie Unger-Leistner
Wagenburgstraße 6
70184 Stuttgart
Tel.0711- 2104225
unger@waldorfschule.


